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Bericht – (H)acktivismus und Partizipation?

von | Apr 9, 2020 | 0 Kommentare

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Bericht zur 5. internationalen und interdisziplinären Arbeitstagung der Kommission „Digitalisierung im Alltag“ in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde: „(H)ackivismus und Partizipation? Zur politischen Dimension des Digitalen“ (29.09.-01.10.2016, Marburg)

An der Tagung nahmen etwa 50 Wissenschaftler*innen aus Deutschland, Österreich, den USA und Großbritannien teil. Vertreten waren die Disziplinen Europäische Ethnologie/Volkskunde, Soziologie, Philosophie und Medienwissenschaft. Die vielfältigen Themen und Vorträge eröffneten reichhaltige Diskussions-und Anschlussmöglichkeiten.

Nach Grußworten von Antje van Elsbergen (Marburg) im Namen des Instituts für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft der Universität Marburg beleuchtete Marion Näser-Lather (Marburg) in ihrem Einführungsvortrag unterschiedliche Facetten der kontroversen Diskursivierung der Rolle digitaler Medien für Protest und politisches Handeln. Sie diskutierte die Möglichkeit widerständiger Praktiken und der Herausbildung von politischer Urteilskraft im Rahmen der Nutzung kommerzieller Medieninfrastrukturen, die Frage der Ermächtigung von Aktivist*innen durch Online-Kommunikation, deren potentielle Auswirkungen auf Bewegungen und die Rolle des Körpers für politische Vergemeinschaftung.

Christopher Kelty (Los Angeles) diskutierte in seiner Keynote zum Thema “Hacking, Leaking, Breaching: Participation as experience, as risk, and as sabotage” „Hacking“ als „Form der politischen Partizipation, die auf Systeme gerichtet ist, die politische Partizipation einschränken oder ermöglichen.“ Dass die euphorische Verwendung des Begriffs „Hacken“ zu kurz greift, verdeutlichte Kelty anhand der Vielschichtigkeit von Partizipation. Politische Partizipation habe sich zur Kooptation entwickelt. Kelty beschrieb Entwicklungen innerhalb von Hacker-Bewegungen: zum einen die Verschiebung zur Kooptation, indem Hackerwissen (medial) verfügbar gemacht wird, zum anderen Forderungen nach einer stärkeren politischen und ethischen Regelgeleitetheit des Hackens und nach Institutionalisierung, die wiederum die Kritik nach sich zögen, der Kooptation zu unterliegen. In der Diskussion wurde gefragt, ob Hacken unverändert eine Bewegung „von unten“ sei oder parallel dazu „von oben“ Kontrolle und Kommerzialisierung erfolge.

In der Session 1: Surveillance and Control analysierte Barbara Frischling (Graz) im Vortrag „KÖRPER_WISSEN_MACHT. Digitale Tracking-Technologien im Alltag. Überwachung und Selbstoptimierung oder Empowerment durch „mindfulness“? Selbstaussagen von Nutzer*innen. Meßwerte verhälfen zu Selbstkontrolle und –überwachung sowie Empowerment durch ein wachsendes, objektiviertes Körperbewusstsein. „Tracking“ weise zudem eine politische Dimension auf im Sinne einer Selbstkonstituierung. Die Objektivierung des Körpers zeitige andererseits die Gefahr einer Verschiebung der Selbstwahrnehmung, indem Wohlempfinden durch Zahlen und nicht über das subjektive Empfinden gemessen werde. Oliver Leisterts (Lüneburg) Beitrag “Protest and Machines: Algorithmic Intrusion On Street Action“ widmete sich dem wachsenden Einfluss digitaler Technologien in der Protestkultur. Er zeigte die Ambivalenzen der Nutzung sozialer Netzwerke durch Aktivist*innen auf. So trüge Facebook zwar zur Kollektivbildung bei, ziele jedoch andererseits auf das Individuum und hebele kollektive Entscheidungsprozesse aus. Eine Gefahr gehe zudem von Bots aus, die Diskussionen unterwandern, stören oder gar eigene Fakeproteste starteten. Ein Problem sei das Vertrauen der User*innen gegenüber Plattformen und Algorithmen, die von Hackern in schädlicher Weise genutzt werden können. Carsten Ochs (Kassel) zeigte im Vortrag “Democracy in the Privacy Arena? Negotiating the Constitution of the Digitized World” die Zusammenhänge zwischen Diskursen um Privacy und politischen Strategien auf. Im Zuge der NSA-Affäre wurde das Vertrauen der User*innen auf Privacy erschüttert. Privacy werde nun als Problem wahrgenommen, um das sich „Aushandlungsarenen“ aufspannten, in denen die Verfasstheit der digitalen Welt verhandelt werde. Anhand des „nationalen Routings“ als ein Beispiel der Diskurse in der Privacy Arena, zeigte Ochs vier (Post-) demokratische Dimensionen auf: den demokratischen Protektionismus, den demokratischen Konstitutionalismus, den demokratischen Experimentalismus und die Postdemokratie. 

Marion Hamm (Klagenfurt) stellte in ihrem Plenarvortrag „Between ‘Hacktivism’ and Participation: Cultural Perspectives on the Politics of Digital Communication“ die Geschichte des Hacktivismus dar. Sie ging auf die Hackerethik, die Widersprüche zwischen Selbst- und Fremdbild von Hacker*innen und den Hacktivismus als aktivistische Praxis ein. Hamm kontrastierte Hacktivismus als autonome, unkonventionelle und humorvolle kreative Praxis und Partizipation als institutionalisiertes, konventionelles politisches Handeln von Bürger*innen, und fragte, ob Hacktivismus als aktivistische Praxis noch praktikabel sei, oder aufgrund der politischen Bedingungen andere Aktionsformen erforderlich seien. In einer erweiterten Anwendung des Hacktivismus-Begriffs beschrieb Hamm Social hacking und reality hacking als Fälle, in denen die „hacker attitude“ (genious – simple – quick- beautiful) eingesetzt wird, ohne dass es sich um coding handelte. Hamm warf zum Schluss die Frage auf, ob das Konzept des Hacking als analytische Kategorie betrachtet werden könne. In der Diskussion wurde die Frage nach den Unterschieden zwischen Hacktivismus und Praktiken der Aneignung gestellt.

Die Session 2: Citizenship and Participation wurde eröffnet durch Wolfgang Sützls (Athens/Ohio) Beitrag „Teilen und Teilnehmen. Über das politische im digitalen Medium“. Sützl erörterte im Zusammenhang mit der Praxis des sharings im digitalen Raum die Frage, ob Teilen mit Teilnahme gleichzusetzen sei. Im Anschluss an Walter Benjamin, Roland Barthes und Jaques Derrida diskutierte er Teilhabe an Medien als Chance zur Emanzipation. Das im web 2.0 für alle mögliche Teilen, Empfangen und Bewerten medialer Inhalte bedeute jedoch nicht zwangsläufig Teilhabe. Sützl verwies auf den Unterschied zwischen aktiver politischer Teilhabe im Rahmen einer Gemeinschaft und der Teilhabe an Diskursen innerhalb restriktiver kommerzieller digitaler Räume wie Facebook oder Youtube (Aktivismus ohne das Verlassen des medialen Raums). Clemens Apprich (Lüneburg) argumentierte in seinem Beitrag „„Yes, I’m paranoid – but am I paranoid enough?” Digital Media between Participation, Publicity, and Paranoia“, Publizität und ständige Aktivität im digitalen Raum verursachten eine Art Paranoia bei den Nutzer*innen. Durch die Datenmasse einer zunehmend vernetzten Gesellschaft stelle sich die Frage nach der Möglichkeit politischer Partizipation neu. Zwar sei Teilhabe durch digitale Medien möglich, jedoch unterliege die digitale Gemeinschaft einer Fragmentierung in Teil-Öffentlichkeiten, die keine vollkommene Partizipation ermögliche, durch (ökonomisch motivierte) Interessen oder Restriktionen seitens der digitalen Plattformen selbst. Urmila Goel (Berlin) stellte mit dem Vortrag „Lost in the Feed“ die Entwicklung des Portals InderNet.de dar. Im Jahr 2000 gegründet, war es die größte und wichtigste Internetseite für indischstämmige Menschen im deutschsprachigen Europa. Mit dem Siegeszug der sozialen Netzwerke wurde die Seite auf Facebook verlagert. Die enge Bindung der User*innen untereinander verlor dadurch an Relevanz, da das Angebot zu einer Community von Unzähligen wurde. Im Plenum kam die These auf, im Gegensatz zum „freien“ Internet 1.0 sei Interaktion auf persönlichem Level und damit basisdemokratischen Teilhabe im durch restriktive Mechanismen gekennzeichneten Internet 2.0 kaum machbar.

Im Workshop „Science meets activists“ berichtete die Aktivistin Fiona Krakenbürger über das Projekt open knowledge lab, das unterschiedliche Anwendungen zur Ermächtigung von Bürger*innen beinhaltet (offene Daten, Transparenz, Beteiligung). Dabei arbeitet das open knowledge lab auch mit Institutionen und der Politik zusammen (frag-den-staat: Ausbau von Bürgerbeteiligung). In der Diskussion wurde die Frage aufgeworfen, was Offenheit im Kontext von open data bedeute und ob eine solche auch wirklich immer wünschenswert sei. Eva Provedel, Mitglied der italienischen Frauenbewegung Se Non Ora Quando, stellte die Nutzung digitaler Medien durch die Bewegung dar, verwies aber auch auf die Unverzichtbarkeit direkter face-to-face Interaktion für Protestpraktiken sowie für interne Kommunikations- und Entscheidungsprozesse, um einen genau definierten Rahmen für Entscheidungen herzustellen und zu garantieren, dass an ihnen nur diejenigen partizipieren, die sich für die Bewegung engagieren. Sie schilderte zudem Erfahrungen mit den sozialen Medien Google Groups und der Plattform Ning. Auf Dauer habe sich aufgrund der Verbreitung und der damit verbundenen Nutzungskompetenz von Facebook dieses Medium innerhalb der Bewegung durchgesetzt 

Die Session 3, Discourses and Practices of (H)acktivism, begann mit Joss Hands´ (Newcastle) Beitrag “Doing Things with Things: Gadgets and the Thingification of Activism”, der das Verhältnis zwischen digitalen Kommunikationstechnologien, gadgets, und ihren Nutzern im Kontext von Aktivismus erörtere. Mit Bezug auf Martin Heidegger argumentierte Hands, dass ein Freisein von einem technologischen Imperativ, der zur Maximierung von Effizienz dränge, gegeben sein müsse, damit Aktivismus funktionieren könne. Im Anschluss an Heidegger stellte Hands dar, dass das Handeln mit den Dingen Vergemeinschaftung herstellen könne. Marija Martinović (Graz) stellte im Vortrag “Video Activism as a Performative Political Practice of the Women’s Movement in Postsocialist Serbia” den Video Aktivismus der serbischen Frauenbewegung Women in Black als Beispiel für hacktivistische Praktiken vor. Der Video Aktivismus könne als eine Form von Promotion der offline Aktivitäten verstanden werden. Statt direkter Agitation hälfen ästhetische Mittel und Narrative, die Alltagserfahrungen in eine politische Sphäre zu transportieren und neue Subjektivitäten zu schaffen. Ove Sutter (Bonn) berichtete in seinem Beitrag “Emotionalizing Space: Connections between Online and Offline Activism of Volunteers for Refugees” über die Hilfsaktion Freiwilliger für auf einem deutschen Bahnhof gestrandete Flüchtlinge. Die Freiwilligen hätten die Bahnhofshalle umgestaltet; die dadurch zustande kommende Emotionalisierung des Raumes gehe sowohl von den offline-Praktiken vor Ort, als auch von online-Praktiken via Facebook und anderer Netzwerke aus, und bringe emotionalisierende Momente und Symbole in politischen Debatten seitens der Aktivist*innen hervor. 

In der Session 4, Web communities, analysierte Gertraud Koch (Hamburg) im Vortrag „Augmented Realities of Protest“ anhand der Gefahrengebiete Proteste in Hamburg die Durchdringung von online- und offline-Protesträumen. Im Anschluss an Lev Manowich schilderte Koch die Nutzung des urbanen Raums für das Protesthandeln als Augmented reality, als Anreicherung von Oberflächen durch Symbole und Informationen. Social Media würden zur Ressource für Erzeugung und Verbreitung kollektiver Imaginationen des Protests, sie fungierten als Interfaces zur aktivistischen Beteiligung, wodurch Protestdynamiken befördert werden. Roman Knipping-Sorokin (Hamburg) sprach zu „Radikalisierung Jugendlicher über das Internet?“ anhand von unterschiedlichen Internetseiten, Foren und Merchandise-Produktanbietern der rechten Szene. In diesem Zusammenhang diskutierte er das Phänomen der Filterbubbles in interaktiven Foren. Im Plenum wurde die Frage nach dem ethisch-methodischen Vorgehen gestellt, und die Möglichkeit der Einbeziehung geheimdienstlicher Quellen diskutiert. Susanne Maurer (Marburg) analysierte „(Politische) Bildung im Netz? Schwierigkeiten und besondere Potentiale der Entwicklung kritischen Urteilsvermögens im World Wide Web“ aus philosophischer und bildungstheoretischer Sicht. Dabei warf sie die Frage auf, wie unter den digitalen Vorzeichen einzelne, kollektive und vernetzte politische Subjekte vorgestellt werden können und wie sie Urteilskraft bilden können. Sie verwies in diesem Kontext kritisch auf ein „überfließen von Subjektivität“, das auch in feministischen Blogs vorfindbar sei, etwa, wenn Problematiken wie strukturelle Diskriminierung auf das Persönliche reduziert würden.

In einer Abschlussdiskussion ließen die Diskutant*innen Gertraud Koch (Hamburg), Klaus Schönberger (Klagenfurt) und Bernd Jürgen Warneken (Tübingen) gemeinsam mit dem Plenum die Konferenz Revue passieren. Als Stärke kulturwissenschaftlicher Zugänge zum Thema wurde die Fokussierung auf die User*innen, ihre Alltagserfahrungen und potentiell subversive Praktiken herausgestellt, von denen ausgehend Dynamiken und Veränderungen der Medien(nutzung) analysiert werden könnten. Betont wurde allerdings auch der Mehrwert eines Austausches mit medienwissenschaftlichen und soziologischen Perspektiven, unter anderem, da die Kulturwissenschaft sich bei der Analyse von Facebook, Twitter etc. methodisch durch diese Disziplinen inspirieren lassen könne. Zudem wurde ausgehend von der Notwendigkeit der Miteinbeziehung von Medialität bei der Untersuchung von politischer Partizipation und Widerstand kontrovers diskutiert, ob die Nutzung neuer Medien politischen Aktivismus fördert, durch leichtere Vernetzung und Kommunikation, oder behindert, da die neue Medienwelt Restriktionen und undemokratische strukturelle Hindernisse beinhaltet. 

Die Tagung hat sich als inhaltlich überaus ertragreich erwiesen, indem die kulturwissenschaftlich-volkskundliche Diskussion um die Bedeutung des Digitalen für Aktivismus und politische Willensbildung um interdisziplinäre Perspektiven bereichert und neue inhaltliche und methodische Perspektiven eröffnet wurden. 

Report on the Conference “(H)activism and participation? On the political dimension of the digital”

From 29th September to 1st October 2016, approximately 50 scientists of the disciplines cultural anthropology, sociology, philosophy and media studies, met in Marburg to participate in the 5th International Working Conference of the Commission for “Digitization in Every Day Life” in the German Society for Cultural Anthropology and Folklore Studies. The varied topics and presentations stimulated access to a range of different discussions.

A German version of the report can be found here here.

After greetings from Antje van Elsbergen (Marburg) on behalf of the Institute for European Ethnology/Cultural Science of the University of Marburg, Marion Näser-Lather (Marburg) shed light in her opening remarks on different aspects of the controversial discoursivation of the role of digital media for protest and political action. She discussed the possibility of resistant practices and of political judgement in the context of the use of commercial media infrastructures, the question of an empowerment of activists through online-communication, its potential effects on movements and the role of the body for political community building.

Christopher Kelty (Los Angeles) discussed in his keynote on “hacking, leaking, breaching: participation as experience, as risk, and as sabotage” “Hacking” as “a form of political participation aiming at systems which hinder or enable political participation”. Pointing to the various meanings of participation, he showed that the euphorical use of the term “hacking” falls short of the mark. According to Kelty, political participation has developed into cooptation. He described developments within hacker movements such as a shift towards cooptation because hacker knowledge has been made (medially) available, and on the other hand claims for a stronger political and ethical framework and for institutionalization which in turn spurned the critique of succumbing to cooptation. In the discussion the question was raised whether hacking can still be seen as a movement “from below” or whether in parallel there existed control and commercialization “from above”.

In the session 1: surveillance and control, Barbara Frischling (Graz) analyzed in her presentation “KÖRPER_WISSEN_MACHT. Digitale Tracking-Technologien im Alltag. Überwachung und Selbstoptimierung oder Empowerment durch „mindfulness“ the statements of users of tracking technologies of the body. The measurements helped self-control and –surveillance and empowerment through a growing, objectified body consciousness. “Tracking” had a political dimension, too, in sense of self-constitution. The objectification of the body on the other hand ran the risk of a shift of self-perception because wellbeing was measured through numbers and not through subjective feeling. Oliver Leistert´s (Lüneburg) contribution “Protest and Machines: Algorithmic Intrusion On Street Action“ addressed the growing influence of digital technologies within protest culture. He showed the ambivalences of the usage of social networks by activists. On one hand, Facebook contributed to collective identity building, on the other, it pointed to the individual and levered out collective decision making processes. Also, bots posed a danger: they infiltrated or disrupted discussions and even started own fake protests. A problem was the trust of users in platforms and algorithms which could be used by hackers for elicit purposes. Carsten Ochs (Kassel) showed in his presentation “Democracy in the Privacy Arena? Negotiating the Constitution of the Digitized World” the connection between discourses on privacy and political strategies. In the course of the NSA scandal, the trust of the users in privacy was shaken. Privacy was now perceived as a problem around which “arenas of negotiation” were constructed in which the constitution of the digital world was discussed. Taking the example of “national routing”, Ochs showed four (post-)democratic dimensions of discourses within the privacy arena: democratic protectionism, democratic constitutionalism, democratic experientalism and postdemocracy.

Marion Hamm (Klagenfurt) described in her plenary talk „Between ‘Hacktivism’ and Participation: Cultural Perspectives on the Politics of Digital Communication“ the history of hacktivism. She addressed hacker ethics, the contradiction between self- and exernal image of hackers and hacking as an activist practice. Hamm contrasted hacktivism as autonomous, unconventional and humorous practice and participation as institutionalized, conventional political action of citizens. She raised the question whether hacktivism was still feasible as activist practice or whether under the actual political circumstances other forms of action were necessary. Adopting a broader definition of the term hacktivism, Hamm described social hacking and reality hacking as cases in which the “hacker attitude” (genius-simple-quick-beautiful) was used outside of coding. At the end, Hamm raised the question whether hacking as a concept could be seen as an analytic category. In the discussion the differences between hacktivism and practices of appropriation were adressed.

Session 2, Citizenship and Participation, was started by Wolfgang Sützl´s (Athens/Ohio) talk on „Teilen und Teilnehmen. Über das Politische im digitalen Medium“. Sützl discusses whether in the context the digital space sharing could be equaled with participation. Parting from Walter Benjamin, Roland Barthes und Jaques Derrida, he discussed participation in media as emancipation. However, the possibility for everyone to share, receive and assess content within web 2.0 could not be equaled with participation. Sützl referred to the difference between active political participation within a community and participating in discourses within restrictive commercial digital spaces like Facebook or Youtube (activism without leaving the media space). Clemens Apprich (Lüneburg) argued in his contribution „„Yes, I’m paranoid – but am I paranoid enough?” Digital Media between Participation, Publicity, and Paranoia” that publicity and constant activity in the digital space led to a kind of paranoia of users. The data masses of an increasingly networked society raised the question of political participation anew. While digital media enabled participation, the digital community was fragmented into separate political segments of the public which hindered complete participation, also because of (economical motivated) interests or restrictions on part of the digital platforms themselves. Urmila Goel (Berlin) described in her talk “Lost in the Feed” the development of the portal InderNet.de. Founded in 2000, it was the biggest and most important webpage for people with Indian ancestors in German-speaking Europe. With the triumph of social media, the page moved to Facebook. The close relationships of the users lost relevance because the offer became a community among many. Within the discussion the thesis was uttered that in opposition to the “free” internet 1.0, interaction at a personal level and therefore basis democratic participation was not possible within web 2.0 which was characterized by restrictive mechanisms.

In the workshop “Science meets activists” the activist Fiona Krakenbürger spoke about the project open knowledge lab which included different applications for the empowerment of citizens (open data, transparency, participation). The open knowledge lab also cooperates with (political) institutions (e.g., frag-den-staat: the development of citizen participation). In the discussion the question was raised what openness meant in the context of open data and whether it was always desirable. Eva Provedel, member of the Italian women´s movement Se Non Ora Quando, described the usage of digital media by the movement, and referred to the indispensability of direct face-to-face-interaction for protest practices and also for internal processes of communication and decision, to create a strictly defined space for decisions and to guarantee that only people active in the movement were participating in decisions. She also pointed to experiences with the social media platforms Google Groups and Ning. However within time, Facebook prevailed because of its distribution and the related user competence.

Session 3, Discourses and Practices of (H)acktivism, began with Joss Hands´ (Newcastle) contribution “Doing Things with Things: Gadgets and the Thingification of Activism” which addressed the relationship between digital communication technologies, gadgets and their users in the context of activists. Referring to Martin Heidegger, Hands argued that there had to be freedom from a technological imperative meaning maximization of efficiency in order for activism to work. Parting from Heidegger, Hands pointed out that acting with things can lead to community building. Marija Martinovic (Graz) presented in her lecture on “Video Activism as a Performative Political Practice of the Women’s Movement in Postsocialist Serbia” video activism as example for hacktivist practices. Video activism could be read as a form of promotion of offline activities. Instead of direct agitation, esthetic measures and narratives were used to transport everyday life experiences into the political sphere and to create new subjectivities. Ove Sutter (Bonn) described in his talk “Emotionalizing Space: Connections between Online and Offline Activism of Volunteers for Refugees” the aid campaign of volunteers for refugees stranded on a German railway station. The volunteers had redesign the train station hall; the resulting emotionalization of space was created first by on-site offline-practices, and second, by online-practices on Facebook and other social media networks; it led to the emergence of emotionalizing moments and symbols in the political debates of the activists.

In session 4, Web communities, Gertraud Koch (Hamburg) analyzed in her contribution „Augmented Realities of Protest“ the intertwining of online- and offline-spaces of protest, based on the example of the Gefahrengebiete protests at Hamburg. Referring to Lev Manowich, Koch described the usage of urban space for protest action as augmented reality, meaning the enrichment of surfaces through symbols and information. Social media became a resource for the creation and dissemination of collective imaginations of protest, and functioned as interfaces for activist participation, thereby facilitating protest dynamics. Roman Knipping-Sorokin´s (Hamburg) talk on „Radikalisierung Jugendlicher über das Internet?“ described the ways of radicalization of youths via internet pages, forums, and merchandize providers of the extreme right. In this context he discussed the phenomenon of filterbubbles in interactive forums. In the discussion, the question of ethical and methodological approaches was raised. The possibility to include information of intelligence information was discussed. Susanne Maurer (Marburg) analyzed in her contribution „(Politische) Bildung im Netz? Schwierigkeiten und besondere Potentiale der Entwicklung kritischen Urteils-vermögens im World Wide Web“ the possibilites of political education within the internet from a philosophical and education-theoretical perspective. She raised the question how under the conditions of the digital world single, collective and connected political subjects could be imagined and how they can develop political power of judgement. In this context she referred critically to an “overflowing of subjectivity” which could be found also in feminist blogs, for example when problems like structural discrimination were reduced to personal narrations.

In the final discussion, the discussants Gertraud Koch (Hamburg), Klaus Schönberger (Klagenfurt) and Bernd Jürgen Warneken (Tübingen) let the conference pass in review together with the other participants. The focusing on users, their daily life experiences and their potentially subversive practices was pointed out as a strength of cultural anthropological approaches on the conference topic. Parting from such a perspective, dynamics and changes of media usage could be analyzed. On the other hand the added value of an exchange with sociological and media studies perspectives was emphasized, among other things because cultural science could be inspired methodologically by those disciplines regarding the analysis of media like Facebook or twitter. In addition, parting from the necessity of the inclusion of mediality into the analysis of political participation and resistance, it was discussed controversially whether the use of new media was promoting political activism through the facilitation of networking and communication, or whether it hindered activism because the new media implied restrictions and undemocratic structural obstacles.

The conference has turned out to be very productive. The anthropological-cultural scientist discussion on the meaning of the digital for activism and political decision-making has been enriched by interdisciplinary perspectives; new textual and methodological perspectives were established.